TCM, traditionelle chinesische Medizin

 

Die TCM basiert auf den Beobachtungen von Naturgesetzen, die auf den Menschen und die Tiere übertragen wurden. Viele der Techniken, die ich beim Behandeln anwende, haben die Element-Lehre der TCM als Grundlage. Diese Lehre besagt, dass sich alles, auch Organe und Funktionen, in die 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser aufteilen lassen. Diese 5 Elemente gelten als Grundkräfte der Natur, die sich in jedem Menschen und in jedem Tier wiederfinden. Sie sind jedoch keinesfalls statisch, sondern sind ständig im Wandel und stehen in dynamischer Wechselwirkung zueinander. Nebst der Lehre von den 5 Elementen, gibt es auch noch die Lehre der 7 Elemente. Der Unterschied ist, dass man aus dem Feuerelement zwei Elemente macht (das herrschende und das dienende Feuer) und zusätzlich noch das Element Luft dazu genommen wird.

 

Das Feuer steht für die Lebensphase des Heranwachsenden, für die Zeit des Sommers und für Hitze. Dem Element Feuer werden die Meridiane Herz und Dünndarm zugeordnet. Der Dünndarm trennt das Gute vom Schlechten, auch auf der emotionalen Ebene. Das Herz ist laut TCM verantwortlich für die Harmonie unserer Seele. Ist das Herz gesund, sprüht der Mensch oder das Tier vor Lebenslust und Begeisterungsfähigkeit. Umgekehrt können Nervosität, Schlaflosigkeit oder depressive Verstimmungen auf ein Ungleichgewicht im Funktionskreis des Herzens hindeuten. Dabei muss nicht zwingend ein organisches Leiden sichtbar sein, viele Krankheiten entstehen auf emotionaler Ebene und setzen sich erst nach längerer Zeit im Körper fest.

Es gibt im Feuerelement noch zwei weitere Meridiane. Dies sind der 3-fach-Erwärmer Meridian und der Pericard Meridian. Man nennt sie auch dienendes Feuer.

 

Das Erde-Element symbolisiert den Spätsommer, also die Zeit der Ernte. Der Mensch oder das Tier ist erwachsen geworden. Diesem Element werden die Meridiane Milz/Pankreas und Magen zugeordnet. Es geht hier um unsere Mitte. Der Magen versorgt nach TCM alles mit Energie, steht dafür neue Sachen aufzunehmen, auch auf geistiger und emotionaler Ebene. Der Milz/Pankreas Meridian produziert Lebensenergie und steht auch für die Süsse des Lebens, oder auch dafür, sich etwas zu gönnen. Bei Patienten, die unter Müdigkeit leiden, stärkt man gemäss TCM immer auch den Verdauungstrakt, da Energielosigkeit auf eine Schwäche in diesem Bereich hindeutet. Die belastende Emotion dieses Elements ist das Grübeln, wer sich zu viele Sorgen macht, schwächt seine Mitte! Eine starke Mitte fördert die Konzentration, das logische Denken und ein gutes Gedächtnis.

 

Das Metall-Element wird dem Herbst zugeordnet. Dieser steht für die Zeit des Alters. Auch dafür, sich von Altem zu trennen, um Platz zu schaffen für Neues. Dazu passen auch die Meridiane Lunge und Dickdarm. Der Dickdarm scheidet, auch im geistigen und emotionalen Bereich, belastende Dinge aus. Die Lunge hat ebenfalls eine filternde Funktion und verbindet die Innen- mit der Aussenwelt. Aus diesem Verständnis heraus stärkt die TCM unter anderem auch das Immunsystem über die Lunge, bzw. den Lungenmeridian. Die Haut gehört ebenfalls in dieses Element. Sie kann deshalb auch ein Indikator für eine Schwäche in diesem Funktionskreis sein, das sich in Form von Ausschlägen oder Ekzemen bemerkbar machen kann. Belastende Emotionen wie Trauer und Sorge werden dem Metall-Element zugeordnet.

 

Den Winter symbolisiert das Element Wasser. Es ist die Zeit des Stillstandes. Die Kräfte der Natur ziehen sich zusammen, um neue Energie zu sammeln. Lebewesen und Pflanzen kommen zur Ruhe, um ihre Essenz im Inneren zu bewahren und zu speichern. Der Winter ist somit die Zeit der inneren Reifung, damit im Frühling wieder alles zu spriessen und wachsen beginnen kann. Wasser gilt als Ursprung allen Lebens und als jenes Element, das den Anfang mit dem Ende verbindet. Diesem Element sind die Meridiane Niere und Blase zugeordnet, die den Wasserhaushalt des Körpers regulieren. Die Nieren gelten in der TCM als Speicher unserer Energiereserven und als Wurzel unseres Lebens. Der Funktionskreis Wasser ist besonders empfindlich gegenüber Kälte, Stress und zuwenig Schlaf. Als belastende Emotionen sind hier innere und äussere Ängste sowie das Thema Kontrolle ein Hinweis auf einen Schwachpunkt.

 

Das Holz-Element ist dem Frühling zugeordnet. Es repräsentiert Wachstum, die Phase in der alles spriesst und gedeiht. Es symbolisiert auch die Kindheit. Diesem Element gehören der Leber- und der Gallenblasenmeridian an. Die Leber speichert Blut und versorgt Sehnen und Augen. Die belastenden Emotionen dieses Elements sind Wut und Zorn. Aggressionen deuten gemäss TCM zum Beispiel auf eine gestaute Leberenergie hin. Unausgelebter Zorn, kann diesen Funktionskreis schwächen. Dies kann sich zum Beispiel in Form von Kopfschmerzen oder Bluthochdruck zeigen. Bewegung und Kreativität fördern den Fluss der Leber- und Gallenblasenenergie.

 

Nebst den oben genannten Elementen, gibt es noch die Meridiane Zentralgefäss und Gouverneursgefäss. Beide sind zuständig für das Gleichgewicht der Energie die uns verlässt, und derjenigen, die wir zurückbehalten und speichern für später. Beide Meridiane stehen in enger Beziehung zur Lunge, da die Funktion des Aufnehmens und des Abgebens annähernd ähnlich sind. Des Weiteren haben beide Gefässe eine umfassende Beziehung zu allen Elementen und Organen. Oft werden Thematiken der Wirbelsäule in diesen beiden Meridianen wiedergefunden.


Liegt ein Ungleichgewicht vor, innerhalb eines Elements oder zwischen den Elementen, so können Krankheiten entstehen. Man geht davon aus, dass das Ungleichgewicht zuerst auf der geistigen, dann auf der emotionalen Ebene besteht, bevor es sich im Körper manifestiert und somit sichtbar wird. Je früher man also ein Ungleichgewicht erkennt und behebt, desto besser, denn so können Krankheiten geheilt werden, bevor sie auf der körperlichen Ebene sichtbar werden.

 

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